Unsere Verdauung arbeitet am besten, wenn der Körper im sogenannten „Ruhemodus“ ist, also dann, wenn der Parasympathikus aktiv ist.
Der Parasympathikus ist der Teil des vegetativen Nervensystems, der dafür sorgt, dass der Organismus entspannen kann und Energie in regenerative Prozesse wie z.B. in die Verdauung fließt. Verdauungssäfte können gebildet werden, Enzyme werden ausgeschüttet und die aufgenommene Nahrung wird Schritt für Schritt verarbeitet.
Bist du jedoch im Stress, übernimmt der Sympathikus (der Gegenspieler) die Kontrolle. Er versetzt den Körper in Alarmbereitschaft. Der Herzschlag steigt, die Atmung wird schneller, die Muskeln spannen sich an und die Verdauung tritt in den Hintergrund. Die Produktion der Verdauungsenzyme sinkt und die Darmbewegung wird unruhiger oder verlangsamt sich.
Die Folge: Unverdaute Nahrungsbestandteile gelangen in tiefere Darmabschnitte und werden von Darmbakterien abgebaut. Dadurch entstehen Gase – es kann zu Blähungen, Druck und Völlegefühl kommen.
Ein weiter, oft nicht beachteter Faktor ist die enge Verbindung zwischen Gehirn und Darm, die sogenannte „Darm-Hirn-Achse“.
Der Darm reagiert sehr sensibel auf emotionale Belastung, innere Anspannung oder Zeitdruck.
Viele Menschen spüren, dass ihr Bauch in stressigen Zeiten empfindlicher reagiert. .Das zeigt sich dann häufig z.B. durch Druck im Bauch, Unruhe, Blähungen oder durch ein starkes Völlegefühl.
Langfristiger Stress kann zudem auch das Gleichgewicht der Darmflora stören und die Darmschleimhaut empfindlicher machen. Der Darm reagiert dann schneller auf bestimmte Lebensmittel oder auf üppige Mahlzeiten.
Deshalb ist für eine gesunde Verdauung nicht nur die Ernährung, sondern auch der bewusste Umgang mit Stress entscheidend.
Nimmt dir Zeit zum Essen. Iss in Ruhe ohne Ablenkung, damit der Parasympathikus aktiviert wird und der Körper in den Verdauungsmodus findet. Dann kann auch der Darm ausgeglichener und ruhiger arbeiten.